Galicien
Was für ein Tag! Am Anfang bin ich gelaufen wie eine Maschine. Ich glaube, die Eier und der Mais waren heute mein Motor. Dazu mal kein Alkohol, besser gesagt, kein Wein, das macht schon was aus. Eine wunderschöne Landschaft legte sich mir heute zu Füßen. Um 8:20 Uhr stand ich auf galicischem Boden. Gleich darauf erreichte ich den ersten galicischen Ort, O Cebreiro, mit seinen runden, strohgedeckten keltischen Häusern. Den ersten Stempel des Tages bekam ich in einer kleinen Bar im Ort, wo ich bei einer Tasse Kaffee eine Karte an die Eltern schrob.
Um 8:20 Uhr stand ich auf galicischem Boden.
Wissen O Cebreiro besteht als Pilgerstation, seit Alfons II., der Keusche, hier 836 ein Pilgerhospital und ein Kloster zu dessen Betreuung stiftete. Für die heutige Pilgerei ist der Ort ebenfalls wichtig: Von hier, der Wirkungsstätte des Pfarrers Don Elías Valiña Sampedro, gingen wichtige Impulse für die Neubelebung des Jakobswegs aus.
Berühmt ist O Cebreiro durch ein Hostienwunder, das sich im Jahr 1300 hier zugetragen haben soll: Ein frommer Bauer kommt trotz Sturm den Berg hinauf zur heiligen Messe, die ein an Gott zweifelnder Mönch zelebriert. Der macht sich insgeheim über den Bauern lustig. Während der Eucharistie verwandeln sich jedoch tatsächlich Brot und Wein in Fleisch und Blut Christi, worauf der Mönch geheilt ist.
Das „Wunder von O Cebreiro“ ist ein von der katholischen Kirche offiziell anerkanntes Hostienwunder (durch Papst Innozenz VIII., 1484–1492, und Papst Alexander VI., 1492–1503). Die Katholischen Könige stifteten ein Bergkristallfläschchen für „Fleisch und Blut“. Die Wallfahrt zu Ehren des Wunders findet jeweils am 8. und 9. September statt. Dieser „galicische Heilige Gral“ ging in das galicische Wappen ein und soll Richard Wagner teilweise zu seinem Parsifal inspiriert haben.
Über die Pässe
Von hier oben hat man eine wunderschöne Aussicht auf das Tal. Die tief hängenden Wolken ließen vereinzelt die Bergwipfel herausschauen. Der weitere Weg verlief zwar immer an der Straße entlang, doch das tat der Sache keinen Abbruch. Wieder mal ein Tag fürs Auge!
Man kommt durch kleine Dörfer, wo einem immer wieder Hunde, Katzen und Rindviecher begegnen. Der Geruch von Kühen beflügelt mich. Bis jetzt waren auch alle Hunde friedlich. Man hört da ab und an schon andere Dinge. Den zweiten Stempel gab’s im Café auf der Passhöhe Alto do Poio (1.337 m).
Weiter geht’s auf einem staubigen Weg, auf dem auch ein Franzose mit seinem Esel in Richtung Compostela unterwegs ist. Auf der Passhöhe Alto de San Roque (1.270 m) legte ich ein kleines Foto- und Fresspäuschen ein. Dann nahm ich eine große Heuschrecke in meinen Sucher und speicherte dieses Getier auf meinem Chip. Hoffentlich passt die Schärfe.
Triacastela
In Triacastela eingelaufen, sah ich schon, dass die eigentliche Pilgerunterkunft nicht mein Ding war und, glaube ich, auch schon voll war. Ich wollte eigentlich noch weitergehen, doch in einer Bar bei Kaffee, Oliven und Brot beschloss ich, hierzubleiben. Anschließend nahm ich die Suche nach einer privaten Herberge auf. Ich fand eine sehr feine und günstige (7 €) und ließ mich dort nieder. Es gab hier eine Waschmaschine, in der ich für 3 € alle meine Sachen mal so richtig waschen konnte. Alles mal wieder TOPSAUBER!
Ich sitze jetzt wieder in dieser Bar bei Oliven, Brot und Cola. Ein Bier wäre mir schon lieber. Auf dem Zimmer habe ich zwei nette junge Spanier. Na ja, noch vier oder fünf Tage, mal sehen. Gfrei mi wiad Sau …
