Mein Jakobsweg 2006 · Tag 47

Montréal-du-Gers (Séviac) – Nogaro

📅 Dienstag, 20.06.2006🚂 Alter Bahntunnel⚽ Deutschland – Ecuador 3:0🧦 Eine Erfindung muss her

Frühstück nach dem Gewitter

Nachdem es die ganze Nacht aus allen Himmelspforten geschüttet hatte, war der Weg besonders gut. Um ganz relaxt in den Tag zu kommen, nahm ich ein superleckeres Frühstück zu mir: Kaffee (instant), gezuckerte Milch, Nutella, Marmelade und ein 4-Minuten-Ei. Ich machte noch heimlich einige Fotos von den Mosaiken. Shit, hier hätte ich meine große 10D haben müssen!

Eauze

Der Weg bis Eauze war mühelos zu gehen. Der Tunnelweg, wo früher eine Eisenbahn entlangfuhr, war a Traum. In Eauze ließ ich mir in der Touri-Info einen Stempel in meine Credencial geben und trank anschließend in einem Café am Markt einen Kaffee. Der Ober gab mir noch ein Teigteilchen dazu. Ich dachte mir, das sei so ’ne nette Art, einem Pilger was Gutes zu tun – denkste! 3,50 € kassierte dieser Wurm von mir ab. Hinterfotziger Saugrippl!

Dann rief ich noch in Beucha an, wegen der Bank. Es war schön, die Stimme vom Vater zu hören. Harald habe ich auch angerufen. Er hat ca. 120 km Vorsprung. Den sehe ich erst in Lunz am See wieder!

Ein „Icke“ und Klose-Klose-Podolski

Auf ging’s nach Manciet. Unterwegs kam mir ein „Icke“ entgegen, der von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Le Puy läuft. Die andere Richtung ist er schon abgelaufen. Er hat 31 Pilger gezählt. Ich zähle manchmal die, die ich überhole und hinter mir lasse, und er die, die ihm entgegenkommen. Wir unterhielten uns und gingen wieder unseres Weges.

Ich machte mich auf die Suche nach der nächsten Bar. Und tatsächlich gab’s da ’ne Sportbar, wo ich Fußball schauen konnte. ’Ne ganz liebe Wirtin. Deutschland – Ecuador 3:0, Klose, Klose, Podolski. Ein Superspiel! Sie kassierte nur 5 € von mir. Wieso so wenig, weiß ich nicht. War ich so nett? :-) Ich bedankte mich!

Klose, Klose, Podolski – ein Superspiel!

Nogaro

Noch 8 km bis Nogaro. Superschnell. Dass sich beim Laufen immer so kleine Steinchen in die Schuhe verirrten, machte mich fertig. Dieses ewige An- und Ausziehen wegen ’nem Schuh im Stein … da musste was passieren. Eine Erfindung musste her!

Ich wollte die nächsten 8 km noch weitergehen, doch die Pizza dauerte zu lange, und es zogen dunkle Wolken auf, sodass ich mich für die hiesige Gîte entschied. Die Gîte war gut gefüllt, und ich war spät dran. Aber sie hatte ein schönes windgeschütztes Vordach, unter dem ich mich zur nächtlichen Ruhe legte. Geduscht habe ich dennoch. Die Pizza war lecker.