Mein Jakobsweg 2006 · Tag 7

Flüeli-Ranft – Brienz

📅 Donnerstag, 11.05.2006🎂 Haralds 24. Geburtstag🪵 Endlich ein Pilgerstock🔥 Lagerfeuer am Brienzersee

Nach der Nacht im Stroh

Der Morgen mit Frühstück nach dem Schlafen im Stroh war wunderbar. Mal ’ne ganz neue Erfahrung, im Stroh zu pennen. Ist aber nichts für die Dauer, da man sich in eine Kuhle reinliegt und die Form des einmal Liegenden nicht mehr verlassen kann. Bequem ist’s halt nicht. Aber spannend.

Es ging heute nach Brienz. Harald hat heute Geburtstag, seinen 24. Spät am Abend habe ich ihn dann auf ein Bier eingeladen (Öttinger Bräu).

Ein Stock mit Bedeutung

Ich wollte doch auch so einen Stock aus Haselnuss wie er, da mir das Klick, Klick, Klick, Klick meiner Wanderstöcke auf den Geist ging und mir die ganze Ruhe des Wanderns nahm. An einem schönen Wegesrand fand ich nun meinen Stock. Ich suchte vergebens mein Messer, um ihn mir zu eigen zu machen. Diese Aufgabe übernahm sogleich Harald, der sein Messer sofort parat hatte.

So, nun hatte ich endlich auch einen Pilgerstock. Und dazu von meinem Freund Harald an seinem 24. Geburtstag abgesägt – das Ding hatte jetzt auch eine innere Bedeutung für mich. Beim Entrinden wurde ich direkt wieder in die Kindheit versetzt. Es war schon etwas gewöhnungsbedürftig, nur mit einem Stock zu laufen, aber ich merkte bald die Vorteile. Und erst die RUHE!

Und erst die Ruhe!

Seit gestern hatte ich einen schönen Muskelkater im linken Oberschenkel. Ich sag ja, jeden Tag was anderes. Nur heute tat’s besonders weh. Entweder war es ein Muskelkater oder ’ne Zerrung. Keine Ahnung – Hauptsache, mein Körper ließ es mich spüren.

Allein am Brienzersee

Am Abend trennten sich unsere Wege. Er ging zum Schlafen ins Pfarrheim und ich in mein geliebtes Zelt. Gleich hinter dem Bahnhofshäuschen Brienz-West schlug ich es auf. Als es stand, nahm ich meinen Kocher und das Futti, ging ans Ufer des Brienzersees und machte an einer Feuerstelle ein kleines Lagerfeuer aus gesammeltem Treibholz. Dann mit einem lecker Futti im Topf und dem rot leuchtenden Abendhimmel ganz allein den Abend zu genießen, war ein schöner Tagesabschluss.

Mittagsmenü mit Nebenwirkungen

Da die Geschäfte von 12:00 bis 14:00 Uhr geschlossen haben und auch an kleinen Tankstellen nix zu holen ist, hatten wir uns auf ein Mittagsmenü für 17,50 Franken eingelassen. Dank meiner Ernährung konnte – oder musste – ich den ganzen Tag furzen vom Allerfeinsten. Heute war das Mittagsmenü schuld. Das Salatdressing sprengte mich fast auseinander. Hätte auch weiterfliegen können.

PS Ein schöner Wanderstock ist allemal besser als zwei High-Tech-Gehhilfen mit ihrem Klick, Klick! Wichtig zu beachten sind die Öffnungszeiten in der Schweiz. Auch Tankstellen machen von 12 bis 14 Uhr dicht. ;-(