Sonntagsfrühstück
Haben heute bis 6:45 Uhr gepennt. Schlaf des Gerechten! Sehr ungewohnt, aber es ist Sonntag, und es gibt Frühstück. Die Sonne lacht uns durchs Fenster an, und wir sind voller Zuversicht auf einen tollen Tag. Juhu – es gibt frische Kuhmilli und leckeren Kaffee, Baguette und verschiedene Konfitüren plus Honig. SAGENHAFT!!! Und das für 4 €, dazu 7,50 € für die Übernachtung. In Saint-Alban gab’s in der Boulangerie zwei süße Teilchen. Superb! Das Wetter spielt mit, und wir tragen wieder kurz.
Es ist heute ein abwechslungsreiches Überholen mit den Franzosen. Aber jetzt um 12:00 Uhr gibt’s erst mal was zu futtern. Harald, der alte Sack, sitzt immer genau so, dass ich seinen Dampf ins Gesicht bekomme. Meinem Onkel geht’s daheim auch immer so. ;-(
Es ist immer so ein verdammter Zufall: Zwischen Saint-Alban und Les Estrets gibt’s für Pilger ein Notquartier im Wald. Ein Eigenbau von fleißigen Pilgern. Das müsste man halt wissen oder einfach spätabends zufällig draufstoßen und sich freuen.
Aumont-Aubrac
In Aumont-Aubrac angekommen, suchen wir eine Bar für ein kühles Bier. 0,5 l Heineken = 4,20 € – die ham se wohl nich alle! Egal, es ist lecker und rinnt die Kehle hinab wie völlige Freude. Vor allem die Bedienung war LECKER, Harald hat’s fast vom Hocker gerissen bei diesem Anblick.
Ein „Black Tiger“-Extremläufer setzte sich zu uns an den Tisch und bestellte eine Limo. Er rennt den ganzen Tag mit seiner fest geschnürten Wasserflasche auf der Brust und schafft somit ca. 60 km am Tag. Ein Wahnsinn! Und seine Wampe! Er ist auf dem Schlankheitslauf. Das geht schon mit 3 kg Gepäck inkl. Wasser. Noch die Kirche besichtigen, und schon ging’s weiter auf dem Jakobsweg.
Lager in Lasbros
Haralds Fuß ging’s wieder schlechter (Sehnenscheidenentzündung), sodass wir in Lasbros unser Lager aufschlugen. Drei Baumstämme gegen den Wind und jede Menge Platz zum Schlafen. Holz haben wir ganz emsig zusammengetragen, wussten aber noch nicht, ob wir ein Feuer machen. Auf alle Fälle gab’s jetzt erst mal Abendvesper: Käse, Wurst, Thunfisch-Tomate, Schwarzbrot. Nur keinen Wein. Das wäre heute besonders schön gewesen, den Tag mit ’ner Flasche guten Rotweins zu beschließen. NAJA!
Es ist 19:00 Uhr, und die Vögel singen ihr Abendlied. Hoffentlich kann ich diese Nacht gut schlafen! War ein easy Tag, da wir kein bestimmtes Ziel vor Augen hatten. Morgen geht’s nach Aubrac. Wir sind voller Vorfreude auf Aligot und Aubrac-Rind. Das wird ein Festmahl. Oh Gott, jetzt zum Lagerfeuer ’ne schöne Flasche Vin Rouge! Ich ertappe mich des Öfteren dabei, dass ich Lust aufs Rauchen verspüre. ABER: NEE, NEE, NEE!!!
Im Freien schlafen ist einfach das Höchste!
Haben uns ein schönes Lagerfeuer aus den umliegenden Sträuchern und Hölzern gemacht, Steine ringsum gelegt und gehofft, dass es uns in der Nacht Wärme spendet und das Böse von uns fernhält.
Gute Nacht. Im Freien schlafen ist einfach das Höchste!!!