Morgendliche Erkenntnis
Alles zusammengepackt und auf in Richtung Herisau über Bruggen. Noch ganz kurz bemerkt: Man sollte nicht im Westen eines Waldes campieren, da dort die Sonne erst spät hinscheint und die ganze Feuchtigkeit der Nacht an einem hängen bleibt. Immer versuchen, einen Platz mit Ostblick zu bekommen.
Schade: Ca. 5 Minuten zu Fuß entfernt lag ein kleiner See – der Gübsensee – mit super Schlafmöglichkeit und offener Feuerstelle. Das wäre die Romantik pur gewesen, man hätte dort am Feuer einschlafen können.
Immer versuchen, einen Platz mit Ostblick zu bekommen.
Über Herisau
Es ging weiter, Schritt um Schritt, und der Schmerz der Blase zog mit. Im Nu war Herisau erreicht, das ich jedoch schnell hinter mir ließ, um Zeit gutzumachen. Eine kleine, schöne Stadt. Hinter Herisau den Berg hinauf war ein Schmankerl.
Frühstück am Feuer
Irgendwann traf ich erneut auf eine Feuerstelle und machte mich dort über mein ersehntes Frühstück her. Etwas Ruhe im Wald genießen und Kraft tanken. Da kamen zwei junge Burschen daher und machten sich ein Feuerchen, um einige Würstchen zu braten. He, sie fragten mich sogar, ob ich einverstanden wäre, wenn sie ein Feuer machen würden. Looogisch!
Ich nutzte die Gelegenheit, hier gleich meinen ersten Tag niederzuschreiben. Nach dem Frühstück – Erdnussbutter, Brot und Käse mit einem Tee – und dem Gekritzel von Seite 1 ging es weiter nach Wattwil.
Hagel und Apfelhunger
Ich hatte ein beträchtliches Verlangen nach einem Apfel und wollte mir in Wattwil einen kaufen, aber alles hatte geschlossen. Zuvor hatte ich mich noch vor einem kräftigen Hagelgewitter in einer Pferdescheune verschanzt und abgewartet, bis es vorbei war.
Nachtlager unter der Ruine
In Wattwil angekommen, bin ich bis hoch zur Ruine gelaufen und habe direkt unter ihr mein Nachtlager aufgebaut. Eine herrliche Aussicht über die ganze Stadt bot sich mir.
In der Ruine fand in der Nacht eine Party statt. Ein Mädel hat streckenweise so geschrien, als ob man ihr bei lebendigem Leibe die Gliedmaßen entfernen würde. Wahnsinn …! Ich versuchte, so gut wie nur möglich zu schlafen, was mir nach langer Zeit auch gelang.