Endlich ein freier Tag
Irgendwie habe ich doch ab und zu etwas Schlaf abbekommen, und ich freute mich auf einen FREIEN TAG. Nachdem wir am Bahnhof was zu essen besorgt und es am Hafen verschlungen hatten, machten wir uns auf den Weg zur Jugendherberge. Endlich dort angekommen, gab man uns Zimmer 328, das jedoch noch von fünf schläfrigen Jungs besetzt war.
Somit sprang das Glück auf unsere Seite, und wir bekamen Zimmer 340, das nur wir beide teilten. Das hieß zum einen RUHE und zum anderen: Wäscheleine quer durchs Zimmer spannen. ;-) Nach langem Duschen und Wäschewaschen legte ich mich auf die faule Haut und entspannte. Da meine Ferse so schmerzte, trug ich jetzt Sandalen – was für ein Gefühl! Um ca. 15 Uhr wurden wir durch so ’nen Deppen geweckt.
Mit dem Bus in die Stadt
Keine Ahnung, was der wollte. Jedenfalls haben wir uns auf in die Stadt gemacht. Mit dem BUS! Wir sind auf direktem Weg zur Kathedrale Notre-Dame. Ein beeindruckendes Bauwerk. Über 100 Jahre Bauzeit. Habe mir dort einen Stempel für meinen Pilgerpass geholt. Stolz wie Oskar betrachtete ich den Stempel.
Harald hatte Hunger wie ein Bär, und in diesem Zustand ist er unausstehlich. Also widmeten wir den nächsten Akt unserem Magen. Auch der Geist und das Übrige erfreuten sich an dieser Entscheidung immens. Beim City-Coop wurden wir fündig: Nudelsalat und ’ne Dose Bier. Der Nudelsalat war SCHEISSE!
In einem Buchladen habe ich mir eine komplette Karte für den Weg gekauft, da ich kein Outdoor-Buch bekam. Die Karte habe ich jedoch nie gebraucht, wie ich jetzt weiß.
Der Knüller des Tages
Der Knüller ist das heutige Champions-League-Finale Barcelona gegen Arsenal London. Freue mich. SOOOOOO, JENS LEHMANN!!!!!! Gegönnt habe ich es ihm sicher nicht, aber a bisserl Schadenfreude ist schon dabei. Jeder baut a moi Mist. Barcelona gewinnt mit 2:1 in Paris und ist somit CL-Sieger 2005/2006. Hatte mir das Spiel mit einigen Bieren verfeinert. Eine neue kurze Hose habe ich seit heute auch.
Jeder baut a moi Mist.
Eine traurige Nachricht
Harald hat heute von seiner Mutter erfahren, dass sein Onkel, der ihn auf die Idee des Jakobsweges brachte, nach einem gescheiterten Suizidversuch aus dem Krankenhaus 20 m in die Tiefe stürzte und dabei zu Tode kam. So ein Scheiß.
Sein Onkel hat ihm diesen wunderbaren Wanderstock gebaut, der am unteren Ende mit einem Stück Gewehrlauf versehen ist. Er selbst ist den Weg 2004 gelaufen. Harald trägt’s mit Fassung und wird seine Reise nach Santiago für die Trauerfeier und das Begräbnis seines Onkels für einige Tage unterbrechen.
PS Der Weg zeigt sich einem von vielen Seiten. Das mit seinem Onkel will mir nicht in den Kopf. Es bewegt mich heute noch. Was muss geschehen, um an diesen Punkt zu gelangen??????? Ruhe er in Frieden!